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Der kleine Schornsteinfeger

by admin on August 27th, 2011

Sprecher: Johnnys Mutter war früh Witwe geworden, deshalb hing sie mit besonderer Liebe an ihrem einzigen Sohn. Als gläubige Christin lehrte sie ihn früh beten. Ein Gebet hat er nie vergessen:

Johnny: Herr Jesus, mache mich zu Deinem folgsamen Schäflein, laß mich Dein Wort lieben und Dir gehorchen. Amen.

Sprecher: Kaum fünf Jahre alt, war er eines Tages plötzlich verschwunden. Die Mutter unternahm alles, um ihn wiederzufinden. Sie fragte in der Nachbarschaft, sie ließ eine Suchmeldung mit hoher Belohnung los und ging zur Polizei. Alles war vergeblich. — Eines Tages klopfte ein kleiner Schornsteinfegerlehrling an die Wohnzimmertür der Witwe, um den Kamin zu reinigen. Sein Gesicht war schwarz wie Kohle. Traurig sah er sich um. Die Witwe fragte ihn freundlich:

Witwe: Was ist los, mein Junge, warum bist du so traurig?

Johnny: Es ist, es ist, weil mein Boss mich immer schlägt.

Witwe: Nun erzähle einmal, warum schlägt dich dein Meister?

Johnny: Er sagt, ich verdiene nicht genug Geld. Dabei rufe ich so laut wie ich kann, doch lassen mich immer nur wenige Leute ihren Schornstein fegen. Er sagt auch, ich klettere nicht schnell genug aufs Dach. Gestern bin ich gefallen und habe mein Bein verstaucht und meine Hose zer-rissen. Wir möchten nun auch ihren Schornstein fegen. Mein Meister wird gleich kommen.

Witwe: Ich will einmal mit deinem Meister sprechen.

Johnny: Oh, bitte tun Sie es nicht, er wird mich nur schlagen.

Witwe: Dann will ich es Gott sagen.

Johnny: Gott sagen? Ach, ich bitte Gott jeden Tag, daß er mich zu meiner Mutter bringen möchte, und er tut es doch nicht.

Witwe: Hast du denn keine Mutter?

Johnny: Ich hatte eine Mutter, aber ich kann nicht mehr zu ihr zurück.

Witwe: (erregt) Weißt du denn nicht, wo sie wohnt?

Johnny: Nein, ich war noch sehr klein. Ich weiß nur von einem Haus mit einm Garten dahinter. Im Wohnzimmer war ein Kamin, er sah aus wie dieser hier. Meine Mutter war so lieb und freundlich wie Sie – oh, es tut mir leid…

Sprecher: Er schwieg, als er sah, wie die Frau, der Ohnmacht nache, auf die Couch sank.

Witwe: Was weißt du noch von deiner Mutter?

Johnny: Sie lehrte mich beten.

Witwe: Sage mir bitte das Gebet.

Johnny: (zitternde Stimme) Herr Jesus, mache mich zu deinem folgsamen Schäflein, laß mich Dein Wort lieben und Dir gehorchen. Amen.

Witwe: Mein Junge, mein lieber Junge!

Sprecher: Die Mutter drückte ihn trotz seiner schwarzen Kleider fest an ihre Brust und küßte ihn innig.

Witwe: Du bist mein Junge, mein Sohn Johnny! Gott hat meine vielen Gebete erhört. Er hat mir mein Kind wiederge-geben.

Sprecher: Darüber traf der Schornsteinfegermeister ins Zimmer und war ganz erstaunt, seinen schmutzigen Lehrlin in den Armen einer feinen Frau zu sehen. Sie fragte ihn, wie er in den Besitz dieses Jungen gekommen sei. Der Meister antwortete, er habe den Jungen von einem Mann, der be-hauptete, er sei der Vater, gegen eine Summe Geld bekom-men und adoptiert. – Die Mutter war nur sehr besorgt für das Wohl ihres Jungen, besonders für sein so lange ver-nachlässigtes inneres Leben. Gern ging Johnny mit zu den Zusammenkünften der Christen und hörte dort Gottes Wort. – Einmal im Jahr lud Johnnys Mutter viele junge Schorn-steinfeger ein und machte ihnen ein Fest. Dabei erzählte sie ihnen die Geschichte ihres kleinen Johnny und das Gott Gebete erhört.

Witwe: Genauso wie mein kleiner Sohn verloren war, sind noch viele Jungen und Mädchen durch die Sünde von Gott ge-trennt und verloren. Aber Gott liebt euch alle, so böse ihr auch sein mögt.

Sprecher: Schließlich schilderte sie ihnen, mit welcher Freude sie ihren verlorenen Sohn aufgenommen und ihn trotz seiner schmutzigen Kleider in ihre Arme genommen und ihn geküßt habe. So würde auch Gott jeden freudig aufnehmen, der mit seinen Sünden zu ihm käme. (Lukas 15, 20-24).

From → Gnade

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