Viermal dem Tode entronnen
Bibelvers 1: Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen; und der dich behütet schläft nicht. Psalm 121,3
Bibelvers 2: Wer Dank opfert, der preiset mich und da ist der Weg, daß ich ihm zeige das Heil Gottes. Psalm 50, 23
Schwarzer: Bitte, bitte nehmen sie mich doch mit. Ich möchte gerne noch heute in die Hauptstadt.
Missionar: Unser Auto ist leider schon voll besetzt: vier Personen und eine Menge Ware für die Missionsstation und das Krankenhaus. Wenn du den Platz auf dem Trittbrett nimmst, mußt du dich recht gut festhalten. Eine andere Möglichkeit dich mitzunehmen haben wir heute nicht.
Schwarzer: Oh, ich danke ihnen! Der Platz ist gut genug.
Sprecher: Das Missionsehepaar Anderson arbeitet unter den Eingeborenen von Zentralafrika um sie für Christus zu gewinnen. An diesem Morgen sind eine Krankenschwester, ein krankes schwarzes Mädchen und der Neger auf dem Trittbrett mit den Missionaren in die Hauptstadt des Belgischen Kongo unterwegs. Bereits am frühen Morgen geht die Reise los. Sie können jedoch kaum ahnen, wie gefahrvoll diese Fahrt sein wird. Viermal kommt diese Fahrgemeinschaft in ernsthafte Lebensgefahr. Spät am Abend erreichen sie ihr Ziel.
Leiter: Wie gut, daß ihr endlich da seid. Wir haben euch schon früher erwartet.
Missionar: Es ist ein Wunder, daß wir überhaupt angekommen sind. Es war eine Schreckensfahrt. Viermal hat uns Gott vor dem sicheren Tod bewahrt.
Leiter: Das müßt ihr uns erzählen, doch kommt setzt euch erst einmal.
Schwester: Ihr habt sicher auch Hunger, das Abendbrot steht schon bereit.
- Musik -
Leiter: Nun erzählt uns von eurer Reise.
Missionar: Schon früh sind wir losgefahren. Gegen acht Uhr Morgens waren wir bis zur Wüste gelangt. Als ich dann auf dieser schlechten Straße in eine unübersichtliche Kurve einbog, erschraken wir alle. Unmittelbar an der Wegbiegung hatte sich mitten auf dem staubigen Weg ein großer Leopard niedergelassen.
Schwarzer: So ein riesiges Tier habe ich noch nie so nah gesehen.
Missionar: Ich gab Gas, drückte auf die Hupe und raste mit 80 km/h an der riesigen Raubkatze vorbei.
Schwester: Was tat der Leopard? Hat er versucht euch anzugreifen?
Kranken-
schwester: Nein, er rückte nur ein wenig zur Seite und wunderte sich bestimmt über das laute Gefährt, daß an ihm vorbeigebraust war.
Leiter: Das hört sich ja genauso an, wie Daniels Bewahrung in der Löwengrube.
Anne: So empfanden wie es auch. Voller Dank setzten wir unsere Fahrt fort. Einige Stunden später wartete auf uns ein neues Abenteuer.
Missionar: Als wir die Felsen erreichten, wurde die Straße eng und unübersichtlich. Plötzlich schoß ein Auto mit hoher Geschwindigkeit hinter einer Felsengruppe hervor.
Schwester: Habt ihr noch anhalten können?
Anne: Dazu war keine Zeit mehr, denn beide Wagen waren viel zu schnell. Nur ein riskantes Überholmanöver der beiden Fahrer half, und schon waren wir aneinander vorbei.
Schwarzer: Ihr werdet euch erst recht wundern, daß ich noch lebe, wenn ich erzähle was als nächstes passierte. Am Wegrand hatte sich eine große Kobra gesonnt. Als wir uns ihr näherten, richtete sie sich zum Angriff auf. (erleichtert) Doch sie hat ihr Ziel verfehlt.
Kranken-
schwester: Hätte sie getroffen, wäre Tong wenige Minuten später tot, denn wir hatten diesmal keinen Impfstoff gegen das Gift dabei.
Schwester: Wie wunderbar ist Gott! Er hat auch in den schwierigsten Situationen einen Ausweg.
Leiter: Das waren jetzt drei Wunder. Du hast aber von vier gesprochen, was war denn das vierte?
Musik: (Missionar, Anne, Krankenschwester und der Schwarze gehen für die nächste Szene zur Seite)
-Szenenwechsel-
Sprecher 2: Die Straße führt durch einen dichten Wald.
Missionar: Anne, hörst du das auch?
Anne: Ja, ich höre ein Brausen, aber ich weiß nicht was das sein kann.
Missionar: Das ist das Brausen eines Waldbrandes. Der Wald vor uns brennt.
Anne: Sollten wir vielleicht umkehren?
Missionar: Das hat keinen Sinn, denn das Feuer ist auch schon hinter uns. Wir müssen versuchen durch das Feuer hindurchzufahren. Halte Tong fest, damit er nicht in die Flammen stürzt.
Anne: Ich will mein möglichstes tun.
Sprecher 2: Die mit Schlaglöchern übersäte Straße geht mitten durch ein Flammenmeer. Es ist unerträglich heiß. Die Flammen züngeln zum Auto hinüber und schlagen Stellenweise über ihnen zusammen. Das Blech der Karosserie glüht fast.
Kranken-
schwester: Wird der Benzintank dieser Hitze standhalten können?
Anne: Auch ich muß die ganze Zeit daran denken.
Missionar: Wir können im Moment nichts dafür tun, daß er nicht explodiert, aber unser himmlischer Vater weiß in welcher Lage wir uns befinden.
(Pause)
O endlich! Die Straße macht eine Biegung und der Wind kommt aus einer anderen Richtung. Wir sind gerettet.
Kranken-
schwester: Wie wunderbar ist unser Herr!
Musik: (Fahrgemeinschaft geht zurück an den Tisch)
Missionar: Nach all den Strapazen des Tages ist unser Herz voll Lob und Dank unserem Gott gegenüber.
Schwarzer: Heute bin ich so nah dem Tode gewesen und Gott hat mich bewahrt. Jetzt will ich ihn mehr kennenlernen, ich möchte die Missionsschule besuchen.
Missionar: Tong, dein Entschluß ist noch ein Grund mehr zum Danken.
Nun wollen wir noch zusammen Gott unseren Dank im Gebet sagen.
Sprecher: Aus überfüllten Herzen der Anwesenden strömt laut der Dank zu dem empor, der das Wunder der Bewahrung vollbracht hat.